Website für Google optimieren: Fünf SEO-Mythen, die du dir sparen kannst.
Kurz gesagt
Du willst deine Website für Google optimieren. Aber muss dafür wirklich jede Überschrift nach Keyword-Liste klingen? Wir zeigen dir einen einfachen Handgriff, mit dem Suchbegriffe und gute Gestaltung zusammenpassen. Und vier weitere SEO-Ratschläge, für die du dir die Arbeit sparen kannst.
„Das Keyword muss groß in die Überschrift.“
Du kennst diese Überschriften: „Webdesign Bonn günstig professionell“. Alle Suchbegriffe drin, aber ein guter Satz ist es nicht. Dabei soll die erste Zeile auf deiner Website einem Besucher erklären, warum er bei dir richtig ist.
Natürlich darf dort stehen, was du anbietest. Die Frage ist, wie. Eine H1-Überschrift muss nicht überall gleich groß aussehen. Genau das lässt sich beim Gestalten nutzen.
Unser Kniff: Die kleine Zeile gehört mit zur H1
Über vielen großen Überschriften steht eine kurze Zeile, zum Beispiel „Onlineshops & Marktplätze“. Im Webdesign heißt sie Eyebrow. Wir nehmen diese Zeile mit in die H1, also die Hauptüberschrift im HTML. Sie bleibt klein und gut lesbar. Darunter steht der große Satz, der den Kunden anspricht.
Onlineshops & Marktplätze
Ein Shop, der verkauft.
Nicht nur einer, der online ist.
So steht es auf unserer Seite für Onlineshops. Die kleine Zeile nennt das Angebot. Die große Zeile erklärt, worauf es dem Kunden ankommt. Im Quelltext bilden beide zusammen eine Überschrift.
| Aufbau | Text innerhalb der H1 |
|---|---|
| Eyebrow außerhalb | Ein Shop, der verkauft. Nicht nur einer, der online ist. |
| Eyebrow innerhalb | Onlineshops & Marktplätze: Ein Shop, der verkauft. Nicht nur einer, der online ist. |
Der praktische Vorteil: Das Angebot steht ausdrücklich in der H1, ohne die große Überschrift mit Suchbegriffen vollzupacken. Für eine Werkstatt könnte oben „Kfz-Werkstatt in Bonn“ stehen und darunter „Damit du morgen wieder fahren kannst.“ Beides muss zum Betrieb und zur Seite passen.
Für deine eigene Website kannst du es so angehen: Schreib in die kleine Zeile deine Leistung und, wenn du vor Ort arbeitest, deinen Ort. Der große Satz beantwortet dann die Frage: Was hat der Kunde davon? Bitte deinen Webdesigner, beide Zeilen als eine gemeinsame H1 umzusetzen. Die kleine Zeile muss dabei sichtbar und gut lesbar bleiben.
So sieht die Eyebrow in der H1 im HTML aus
<h1>
<span class="eyebrow">
Onlineshops & Marktplätze<span class="sr-only">:</span>
</span>
Ein Shop, der verkauft.
Nicht nur einer, der online ist.
</h1>
Die Klasse eyebrow setzt die kleine Zeile per CSS auf display: block und gibt ihr eine eigene Schriftgröße. sr-only blendet nur den Doppelpunkt optisch aus; für Screenreader bleibt er im Text. Dazu gehören echte Leerzeichen zwischen den Textteilen und ein Test auf schmalen Bildschirmen.
Google kann auch Text außerhalb der H1 lesen. Das Verschieben allein ist deshalb kein belegter Rankingbonus. Es bringt zusammen, was inhaltlich zusammengehört, und lässt uns mehr Spielraum beim Gestalten. Google empfiehlt eine klar erkennbare Hauptüberschrift und zieht mehrere Elemente für den Titel im Suchergebnis heran. So erklärt Google seine Titellinks.
Dieser Beitrag zeigt es ebenfalls: „Website für Google optimieren“ steht klein über dem Titel und ist trotzdem Teil derselben H1.
„Je öfter das Keyword vorkommt, desto besser.“
Wenn du einen Reifenwechsel anbietest, sollte auf deiner Website „Reifenwechsel“ stehen. Kunden suchen nach einer Leistung, selten nach Formulierungen wie „Wir bringen dich weiter“. Verständliche Suchbegriffe helfen also sehr wohl.
Eine feste Keyword-Dichte musst du dafür aber nicht treffen. Schreibe, welche Leistungen du anbietest, für wen sie gedacht sind und wo du arbeitest. Ein Betrieb in Mechernich darf Mechernich nennen. Es bringt dem Leser wenig, denselben Ortsnamen anschließend in jedem zweiten Satz zu wiederholen.
Google führt unnatürliche Wiederholungen und Ortslisten, die nur Rankings beeinflussen sollen, ausdrücklich als Keyword-Stuffing auf. Lies deinen Text laut vor. Wenn du so mit keinem Kunden sprechen würdest, überarbeite ihn.
Zum Gegencheck: Schreib deine drei wichtigsten Leistungen auf und suche sie auf deiner Website. Findet man dort nur „Service“, „Qualität“ und „Lösungen“, fehlen wahrscheinlich die konkreten Bezeichnungen, nach denen deine Kunden suchen.
„Unter 2.000 Wörtern lohnt sich eine Seite nicht.“
Ein Kunde will wissen, ob du sein Dach reparierst, in seinem Ort arbeitest und wie er dich erreicht. Dafür braucht er keine Abhandlung über die Geschichte des Dachdeckerhandwerks.
Wie viel Text sinnvoll ist, hängt von der Frage ab. Eine aufwendige Sanierung braucht mehr Erklärung als ein Reifenwechsel. In seinem Leitfaden für hilfreiche Inhalte stellt Google klar: Es gibt keine bevorzugte Wortzahl.
Ergänze also die Antwort, die noch fehlt: Ablauf, Kostenrahmen, Voraussetzungen oder ein Beispiel deiner Arbeit. Wenn alles erklärt ist, darf der Text enden.
„Die Keywords müssen ins unsichtbare SEO-Feld.“
Manche Systeme haben noch ein Feld namens „Meta-Keywords“. Dort lässt sich eine Liste von Suchbegriffen eintragen. Für die Google-Websuche kannst du dir das sparen: Google hat bereits 2009 erklärt, dieses Meta-Tag nicht für das Ranking zu verwenden.
Kümmere dich stattdessen um den Seitentitel und die Meta-Beschreibung. Der Titel soll das Angebot der jeweiligen Seite benennen. Die Beschreibung kann im Suchergebnis erklären, warum sich der Klick lohnt. Sie ist selbst kein direkter Rankingfaktor, und Google kann einen anderen Text aus der Seite anzeigen.
Ein Beispiel für einen Seitentitel wäre „Reifenwechsel in Mechernich | Name der Werkstatt“. Klar, lesbar, passend zum Angebot. Nicht jede Unterseite sollte denselben Titel bekommen.
„100 Punkte im SEO-Test heißen Platz 1 bei Google.“
Ein guter Testwert ist erfreulich. Er beantwortet aber eine andere Frage als die Platzierung bei Google.
Lighthouse, das auch in PageSpeed Insights steckt, prüft im Bereich SEO bestimmte Grundlagen: etwa Seitentitel, beschriftete Links und ob eine Seite für die Indexierung gesperrt ist. Ob dein Angebot zur Suchanfrage passt oder ein Mitbewerber eine hilfreichere Seite hat, kann dieser Punktestand nicht beurteilen. Darauf weist Lighthouse selbst in der Beschreibung der SEO-Kategorie hin.
Auch bei unseren Website-Projekten zeigen wir Lighthouse-Werte. Sie machen die Ergebnisse dieser Prüfungen nachvollziehbar. Ob Kunden dich finden und anfragen, musst du gesondert messen.
Deine Website wird bei Google nicht gefunden?
Bevor du an einzelnen Wörtern schraubst, prüfe die Grundlagen. Gerade bei SEO für kleine Unternehmen liegt hier oft die eigentliche Arbeit:
- Kann Google die Seite aufnehmen? Öffne die Google Search Console und gib oben die vollständige Seitenadresse ein. Die URL-Prüfung zeigt dir, ob die Seite indexiert ist. Ist sie ausgeschlossen, lies zuerst den angegebenen Grund. Eine versehentlich gesetzte
noindex-Anweisung lässt sich nicht mit mehr Text ausgleichen. - Erkennt man dein Angebot? Leistung und Einsatzgebiet gehören in verständlicher Sprache auf die passende Seite. Wer „Heizungswartung Bonn“ sucht, sollte dort auch etwas über Heizungswartung in Bonn erfahren.
- Hilft die Seite bei der Entscheidung? Zeige Arbeiten, erkläre den Ablauf und mache den Kontakt einfach. Prüfe das auch auf dem Handy.
- Wirst du auch für deine Leistungen gefunden? Öffne in der Search Console den Leistungsbericht und dort „Suchanfragen“. Taucht fast nur dein Firmenname auf, finden dich vor allem Menschen, die dich schon kennen. Schau nach, ob auch deine Leistungen vorkommen. Diese Daten helfen dir bei der Auswahl passender Keywords.
Eine indexierte Seite kann bei „Heizungswartung Bonn“ trotzdem weit hinten stehen. „Bei Google vorhanden“ und „von neuen Kunden gefunden“ sind zwei verschiedene Dinge. Genau deshalb lohnt sich dieser Blick in die Suchanfragen, bevor du die nächste SEO-Checkliste abarbeitest.
Du möchtest deine Website erstellen lassen oder den bestehenden Auftritt überarbeiten? Bei SNX planen wir Seitenaufbau, Texte und Gestaltung zusammen. Auf unserer Seite zum Webdesign für Unternehmen findest du Projekte, den Ablauf und die Leistungen zum vereinbarten Festpreis.
Quellen zum Nachlesen
- Google Search Central: Titellinks in den Suchergebnissen
- Google Search Central: Spam-Richtlinien: Keyword-Stuffing
- Google Search Central: Hilfreiche Inhalte und die Frage nach der Wortzahl
- Google Search Central: Meta-Keywords und Meta-Beschreibungen
- GoogleChrome/Lighthouse: Prüfungen und Grenzen der SEO-Kategorie
- Google Search Console-Hilfe: URL-Prüfung und Leistungsbericht für Suchanfragen
Quellen geprüft am 19.10.2026.


